Würzburger Friedenspreis 2022 an „Geschichtswerkstatt Aub“

Bei einer bewegenden Feier am 24.7.2022 im Friedrich-König-Gymnasium wurde der mit 3000 Euro dotierte 28. Würzburger Friedenspreis 2022 an die „Geschichtswerkstatt Alfred Eck der Stadt Aub“ verliehen.

Das Komitee würdigte damit ihr Engagement für die historische Aufarbeitung des mutigen Verhaltens von Alfred Eck. Alfred Eck war im Jahr 1945, als Folge des Versuchs einer friedlichen Übergabe des Dorfes Baldersheim, auf dem Marktplatz in Aub von einem unrechtmäßigen Standgericht der Wehrmacht zum Tode verurteilt worden. Ausführliche Darstellung auf www.alfred-eck.de.

Der Geschichtswerkstatt sei es gelungen, so das Friedenspreiskomitee, einen wertschätzenden, an historischen Fakten orientierten Dialog in der Stadt Aub zu diesem Thema fördern. Das Komitee sieht die Arbeit der Geschichtswerkstatt als beispielhaft für die Bearbeitung schwieriger historischer Themen, die auch für heutige Krisen und Kriege Bedeutung haben. Weiter im Flyer.

Knapp einhundert Gäste waren der Einladung zur Preisverleihung „bei Sekt und Selters“ gefolgt. Der Ansprache von Friedenspreis-Initiator Dr. Thomas Schmelter (hier) folgten die Grußworte der stellvertretenden Landrätin Karen Heußner (für den Landkreis) und des Kulturreferenten Achim Könneke (für die Stadt Würzburg). Die Laudatio (hier) hielt Kilian Angermaier, der vor Jahrzehnten – trotz immenser Widerstände – als Stadtrat von Aub den Stein ins Rollen gebracht hatte, was 2021 in die Alfred-Eck-Gedenktafel am Auber Marktplatz mündete.

Roman Menth, 1. Bürgermeister der Stadt Aub, und die Mitglieder der Geschichtswerkstatt erhalten die Urkunde von Maria Leitner und Dr. Armin Meisterernst, Friedenspreis-Komitee. (Foto: Inline)

Musikalisch bereichert wurde die Feier durch das auf internationalem Niveau spielende Gitarrenduo „A & S“. Anna Tichonravova und Sergey Tichonravov stammen aus der Ukraine und sind im Frühjahr 2022 vor dem russischen Angriffskrieg nach Deutschland geflüchtet. Auch Moderator Andreas Schrappe zog die Linie zwischen dem damaligen Krieg von Nazi-Deutschland gegen die Alliierten, und dem aktuellen Krieg von Putins Russland gegen die Ukraine.

Ein treffender Artikel über die Preisverleihung gibt es auch hier in der Zeitschrift haGalil – jüdisches Leben heute.