Preisträger 2004

Förderverein „Tor zum Leben –
Lifegate Rehabilitation e. V.“ Würzburg

Den Würzburger Friedenspreis erhält im Jahr 2004 der Förderverein „Tor zum Leben – Lifegate Rehabilitation e. V.“ (TzL), Würzburg, für seine Hilfe für behinderte Kinder in Palästina und seine Versöhnungsarbeit zwischen Palästina und Israel. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird 2004 zum zehnten Mal vergeben. Kontakt zum Preisträger über www.lifegate-reha.de.

Trauer, Wut und Frustration begleiten Palästinenser und Israelis permanent seit Beginn der sog. Intifada Al’Aqsa vor vier Jahren. Das alltägliche Elend in den abgesperrten palästinensischen Gebieten, Tag für Tag Attentatsversuche auf jüdische Siedlerfamilien, Angst vor Terroristen oder vor Soldaten, die schlechte wirtschaftliche Lage – Palästinenser und Israelis haben viele Gründe die Hoffnung aufzugeben. Dennoch gibt es sie, die Zeichen der Hoffnung.

Im palästinensischen Beit Jala, acht Kilometer südlich Jerusalem, hilft LIFEGATE körperbehinderten Kindern und Jugendlichen. Neben dem Hauptziel – der Rehabilitation von Menschen mit Behinderung – ist es Anliegen von LIFEGATE, Brücken zu bauen: Brücken zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen, zwischen Palästinensern und Israelis, zwischen Muslimen, Juden und Christen.

Beispielsweise werden körperbehinderte Kinder und Jugendliche aus dem Westjordanland in israelische Krankenhäuser gebracht, wo sie operiert und behandelt werden. Die Kinder und Jugendlichen sowie ihre begleitenden Familienangehörigen kommen dadurch in direkten Kontakt mit dem „jüdischen Feind“ und erleben, dass er ihnen hilft. Umgekehrt kommen die israelischen Krankenhausmitarbeiter(innen) mit palästinensischen Familien in Kontakt und lernen das Leid auf der anderen Seite hautnah kennen.

Der in Deutschland und der Schweiz tätige Würzburger Unterstützerverein „Tor zum Leben – Lifegate Rehabilitation e. V.“ wurde 1993 gegründet. Viele der meist jungen Mitglieder des Vereins haben als freiwillige Mitarbeiter(innen) bei LIFEGATE in Beit Jala und Bethlehem gearbeitet und sich im Anschluss ehrenamtlich bei TzL engagiert. Seit 1997 ist der Verein Mitglied im Diakonischen Werk Bayern und seit 2003 auch im Caritasverband der Diözese Würzburg.

Die Arbeit von TzL umfasst außer dem Verkauf von Werkstatt-Artikeln aus Beit Jala und dem Sammeln von Spenden für LIFEGATE auch die Information der Öffentlichkeit bei uns über Leiden der palästinensischen wie der israelischen Bevölkerung. Damit will TzL antijüdischen und antiarabischen Ressentiments in Deutschland und in der Schweiz entgegenwirken.

Das Komitee Würzburger Friedenspreis 2004 sieht im Einsatz des Würzburger Vereins  „Tor zum Leben“ ein vorbildliches Beispiel konkreter Arbeit für gewaltfreie Konfliktbewältigung und des zivilen Friedensdienstes:

  • Der Verein ist aus ehrenamtlichem Engagement von Bürgern und Bürgerinnen aus Unterfranken für behinderte palästinensische Kinder in Beit Jala bei Jerusalem – im Zentrum des Nah-Ost-Konfliktes –  entstanden.
  • Er verbindet seine karitative Arbeit mit ziviler Friedensarbeit: in scheinbar auswegloser Situation von Gewalt und Hass bezieht er israelische Ärzte und Ärztinnen in die Rehabilitation palästinensischer Kinder ein. Es entsteht eine kleine Welt der Humanität, die Schule machen kann.
  • Er betätigt sich als Brückenbauer durch gewaltfreie Begegnung und Verständigung von Menschen verfeindeter Völker in Nah-Ost – dem Leid auf beiden Seiten wird die Basis entzogen.
  • Er trägt als Würzburger Verein mit bundesweiter Ausstrahlung durch anschauliche Information und Erfahrungsberichte aus Palästina und Israel bei uns zur Überwindung von Vorurteilen und zur öffentlichen Aufklärung über den möglichen Frieden im Nahen Osten bei.

Kommen Sie am Sonntag, 18. Juli 2004 um 11 Uhr ins Mainfrankentheater Würzburg zur öffentlichen, festlichen Preisverleihung!